Angelo on Earth
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Reisen·18. Mai 2026·2 Min. Lesezeit

Was fremde Orte mit uns machen

In Vietnam Suppe zum Frühstück, und kaum zu Hause holt einen das deutsche Wetter zurück. Über den Urlaub, der verfliegt.

In Vietnam habe ich morgens Suppe gefrühstückt. Dazu einen Kaffee, stark und süß, wie ich ihn vorher nie getrunken hatte. So ein kleiner Moment, und trotzdem ist er geblieben.

Wir besuchen fremde Orte meistens, um Urlaub zu machen. Um abzuschalten, um die Sorgen zu Hause für ein paar Tage zu vergessen. Und es funktioniert. Die ersten Tage fühlen sich an wie ein anderes Leben, und in Vietnam war das genauso.

Dann kam die Rückkehr. Eingeholt hat mich nicht ein großes Drama, sondern etwas ganz Banales. Das Wetter in Deutschland. Grau, kalt, vertraut. Mit dem ersten grauen Morgen war die Suppe weit weg und der Kopf zurück in der alten Spur.

Was bleibt, ist die Sehnsucht nach dem nächsten Mal. Irgendwann ist mir aufgefallen, wie das Verhältnis eigentlich aussieht.

Wir leben für 30 Tage Urlaub und vergessen dabei fast die anderen 335.

Was mir Vietnam eigentlich gezeigt hat

Das Reisen selbst ist nicht das Problem, im Gegenteil. Spannend ist eher, was es über den Rest verrät. Wenn eine Schüssel Suppe an einem fremden Ort sich freier anfühlt als ein normaler Dienstag zu Hause, dann liegt das nicht an der Suppe.

Vielleicht geht es gar nicht um mehr Urlaub, sondern darum, dass sich auch ein grauer Morgen in Deutschland nach meinem Leben anfühlt. Ich weiß nur, dass ich die 335 Tage nicht mehr nur als Pause zwischen zwei Reisen sehen will.

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